Laubschnupfen

Ich leide an einer Allergie gegen Herbst.
Kaum fallen die Temperaturen und die Blätter, bekomme ich schweren Laubschnupfen. Die Nase ist verstopft, die Augen jucken, und weil ich damit nicht schlafen kann, sinkt meine Stimmung und meine Gesamtkonstitution in Folge gegen Null. Mein Hausarzt glaubt mir nicht. Er versichert mir, er würde nur Patienten mit Heuschnupfen behandeln, dafür wäre ich aber leider zu spät dran. Mein Arzt tippt auf Heizungsluft. Egal, was ich vorbringe zur Verteidigung meiner neu entdeckten Krankheit, meinem sicherlich irgendwann einmal nach mir benannt werdenden Flashfröglichen Laubschnupfen, an dem bestimmt Tausende, ach, was sag ich, Millionen leiden, ohne es zu wissen, mein Arzt ist nicht davon abzubringen: ich hätte einen akuten Fall von Heizungsluft.

Er empfiehlt mir dagegen ein Meerwasser-Nasenspray. Aha. Das kostet mich 4 Euro, weil eingebildete Krankheiten nicht von der Kasse übernommen werden. Das Spray enthält, als ich den Beipackzettel zu Hause genauer studiere, in der Hoffnung auf interessante Nebenwirkungen, eine Natrium-Chlorid-Lösung.
Genauer gesagt ist das, wenn mich meine rudimentären Erinnerungen an den Chemieunterricht nicht täuschen: Kochsalzwasser.

Naja, vielleicht hilft gegen eine eingebildete Krankheit ja ein eingebildetes Medikament. Vielleicht ist das so wie mit homöopathischen Mitteln, da ist ja ausser Wasser auch nix drin, aber wenn man ganz fest dran glaubt, soll es ja helfen. Habe ich selber nie ausprobiert, aber ich erinnere mich daran, dass ich als Kind ein Zwergkaninchen hatte, dass einmal mit homöopathischen Mittelchen behandelt wurde.
Und hat schonmal irgendjemand einen Fisch mit Schnupfen gesehen?
Eben.

Aber der eigentliche Knaller bei diesem tollen Meerwasser-Nasenspray ist ja, dass 12 Milliliter Salzwasser wiegesagt 4 Euro kosten. Ein Liter Salzwasser käme dann etwa, Moment, 333 Euro. Nun gibt es auf diesem Planeten kaum etwas in solchem Überfuss wie unausgebeutete Reserven an Meerwasser. Das bringt mich auf eine super Geschäftsidee…

Das Zwergkaninchen ist dann übrigens doch gestorben damals, trotz Homöopathie. War wohl eher der skeptische Typ.

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Eine Antwort to “Laubschnupfen”

  1. Matthias Says:

    Kochsalzlösung gibt’s in allen Grössen und Dosierungen und Preisen. Unseren Kleinsten spülen wir damit gelegentlich die verstopfte Nase aus, damit sie nachts besser atmen und schlafen können.

    Bei Allergien tut die Lösung eigentlich nichts anderes, als die Pollen/Staub/wasauchimmer aus der Nase zu spülen, so dass die Nase nicht mehr gereizt wird. Funktioniert also.

    Homöopathische Mittel: Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass sie nie und nimmer wirken können. Aber sie funktionieren bei mir trotzdem. Soll ich mich darüber beklagen? :-).

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